Vom Frauenstreik ans Turnfest

 

Jacqueline Fehr ist ein Medienprofi. Die Aussagen zum Wahlkampf um den frei werdenen Regierungsratssitz kommen druckreif. Weniger gern spricht Fehr über Privates. Zu Unrecht, wie sich zeigte.

"Der Höhepunkt meines "Doppellebens" war der Tag, an dem ich am Morgen in violetten Kleidern am Frauenstreik  und am Nachmittag am Eidgenössische Turnfest teilnahm. Ich habe dort gelernt, Welten zu verbinden. Wer nur seine Gesinnungsfreunde überzeugt, gewinnt nichts."

Bahnhof Winterthur. Ein eiskalter Morgen. Der Himmel ist noch schwarz. Graue Schneehügel glitzern im fahlen Licht der künstlichen Beleuchtung. Die Sozialdemokraten verteilen mit klammen Fingern Brötchen an Pendler. Jacqueline Fehr steht seit zwei Stunden im eisigen Wind. Die Leute sagen: «Man findet keine Wohnung mehr» und «bald auch keinen Job mehr.» Fehr hört zu, nickt, lächelt und versucht, sich die kalten Hände warm zu reiben. Dass sich die Politikerin selber «vom Typ her eher als Einzelgängerin» beschreibt, nimmt man ihr an diesem Wintermorgen nicht ab…

Von Tanja Polli, freischaffende Journalistin

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